Vielfalt ist ein hohes gut, genau wie die Solidarität gegenüber Menschen, welche aus aufgrund verschiedener Krisen auf ihren Ländern flüchten musste und müssen. Es gilt der Grundsatz "we are all human" - Wir sind alle Menschen.
Die OASE ist unser Projekt zur Unterstützung von Flüchtlingen, sie ist unser Projekt zur Verständigung mit anderen Kulturen und dem gegenseitigen Verständnis. Wir laden alle Menschen ein erfolgreich für die Verständigung und Solidarität untereinander zu werben - für eine friedliche Welt in der es egal ist, welche Hautfarbe man hat, welche Religion man lebt und welcher Herkunft man ist.
Menschen verstehen sich immer, auch wenn es nur mit Händen und Füßen tut. Dies haben wir zur Eröffnung bewiesen und damit einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung geschafft.
Für die OASE gilt jedoch folgendes zu beachten:
Personen die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören oder der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind, sind von den Veranstaltungen jeglicher Art ausgeschlossen. Die Veranstalter werden ihnen den Zutritt verwehren oder während einer Veranstaltung sie von dieser ausschließen. Der Veranstalter behält sich entsprechendes Hausrecht vor.
Neue Stolpersteine werden verlegt
Im Jahr 2014 wird an Sangerhäuser Mitbürger erinnert, die auf Grund ihrer politischen Überzeugung Opfer des Nationalsozialismus wurden. Es waren Mitglieder der SPD, KPD und der Sozialistischer Arbeiterjugend. Erfahren Sie hier mehr zu den Personen.
Die Gedenksteine werden wiederum durch den Kölner Künstler und Initiator des europaweiten Stolpersteinprojektes Gunter Demnig selbst verlegt. Diese Verlegung und das umgebene Programm wird wie bereits zu den vergangen Veranstaltungen durch die Initiative Erinnern und Gedenken geplant und durchgeführt.
Wann? 12:30 Uhr
Wo? 1. Anlaufpunkt: Alten Magdeburger Straße 2 (vormals Wohnsitz von Franz Heymann)
2. Anlaufpunkt: Mahnmal nahe der Marienkirche (Gedenkstein für Paul Beck)
3. Anlaufpunkt: Bahnhofstraße 21 (vormals Wohnsitz von Walter Telemann)
Der Weg zwischen den einzelnen Anlaufpunkten wird durch unser Bündnis unterstützt.
Weitere Information und andere Veranstaltungen finden Sie hier.
Die Gedenksteine werden wiederum durch den Kölner Künstler und Initiator des europaweiten Stolpersteinprojektes Gunter Demnig selbst verlegt. Diese Verlegung und das umgebene Programm wird wie bereits zu den vergangen Veranstaltungen durch die Initiative Erinnern und Gedenken geplant und durchgeführt.
Wann? 12:30 Uhr
Wo? 1. Anlaufpunkt: Alten Magdeburger Straße 2 (vormals Wohnsitz von Franz Heymann)
2. Anlaufpunkt: Mahnmal nahe der Marienkirche (Gedenkstein für Paul Beck)
3. Anlaufpunkt: Bahnhofstraße 21 (vormals Wohnsitz von Walter Telemann)
Der Weg zwischen den einzelnen Anlaufpunkten wird durch unser Bündnis unterstützt.
Weitere Information und andere Veranstaltungen finden Sie hier.
Stellungnahme zum Brandanschlag am 2. September 2014
- 6. Januar 2007 – Ermittlungen wegen Attentat mit Molotow-Cocktails
- 21. November 2011 – Nazisymbole ohne Beispiel
- 6. Dezember 2011 – 4 PKW’s gehen in Flammen auf (Bekennerschreiben mit Hakenkreuz aufgetaucht)
- Fremdenfeindliche und Volksverhetzende Plakate und Aufkleber treten seit 2012 vermehrt auf
- 1. Mai 2013 – Etwa 20 Nazis stören Kundgebung auf den Sangerhäuser Markt
- 12. August 2013 – Kirchen mit rechten Parolen beschmiert
- 1. Halbjahr 2014 – Schwarze Kreuze in Sangerhausen – Verbreitung des Opfermythos
- 10. August 2014 – Mutwillige Zerstörung auf dem Jüdischen Friedhof Sondershausen
- 2. September 2014 – Anschlag auf Wohnheim
- 5. September 2014 – Polizei ermittelt wegen Hakenkreuzen
Wieder ist es passiert – Wiederholung aus 2007 wird befürchtet
Laufen sich die Rechten in der Region warm, oder ist es ein
Zufall von Häufungen? Wir sagen nein, es ist kein Zufall. Die Steigerung an
aufsehenerregenden Taten seit dem Brandanschlag 2007 in der Morunger Straße ist
gestiegen und nimmt stetig zu. Nun kam es nach 7 Jahren, am 2. September 2014
und somit einen Tag nach dem 75. Jahrestag des Ausbruches des 2. Weltkrieges,
wiederum zu einem Brandanschlag auf eine Unterkunft für Asylsuchende. Im
Eingangsbereich des Hauses wurde ein Möbelstück in Brand gesteckt und
verschiedene fremdenfeindliche Parolen („Die Zukunft den deutschen Kinder“, „Haut
ab“ und „Verpisst euch“ geschrieben mit SS-Runen) hinterlassen. Dies ist jedoch
bereits der zweite Vorfall in der Unterkunft.
Bei einem ersten Vorfall, welcher sich noch vor dem Gebäude ereignete
wurde die bundesweite Aktion „Schwarze Kreuze“ durchgeführt. Diese wurde von
Rechtsextremen ins Leben gerufen um wiederholt die Geschichte zu verfälschen und
den „deutschen Opfermythos“ zu verbreiten. Es passierte fast unbemerkt und wir
befürchten weitere Schritte aus den hetzenden Reihen, nur wie weit wird es dann
gehen?! Wir fordern eine schnelle Aufklärung und bessere Sicherheitsmaßnahmen
für die gefährdeten Menschen und Solidarität mit den Geschädigten.
Fremdenfeindlichkeit ist untragbar und unerträglich für eine
friedliche Gesellschaft. Diese Situation wollen wir, das Bündnis
"Sangerhausen bleibt bunt", nicht hinnehmen! In den vergangenen
Jahren ist das Engagement und der zivilgesellschaftliche Protest gegen
Rechtsextremismus in und um Sangerhausen stärker geworden. Wir sind ein
Bündnis, das für eine demokratische, gerechte und vielfältigen Gesellschaft
eintritt und sich deshalb gegen rechtsextreme Einstellungen, Gruppen und
Parteien positioniert.
Trotz dem voranschreitenden Einbruch der NPD müssen wir zur
Kenntnis nehmen, dass die Probleme mit rechten Gruppierungen nicht geringer
werden. Aktivitäten im Verfassungsfeindlichen Raum steigen und suchen sich neue
Strukturen. Aber gerade deswegen sind wir ein fester Partner aller, die sich an
friedlichen, gewaltfreien und vielfältigen Aktionen gegen Rechtsextremismus
beteiligen und es sind alle willkommen sowie zur Zusammenarbeit eingeladen, die
unser Selbstverständnis anerkennen und es aktiv unterstützen möchten.
Redebeitrag im Rahmen der Aktionswoche Bunt.Bewegt!
Im Rahmen der Aktionswoche gegen das Nazifest 2014 gab es, wie bereits im letzten Jahr, eine Andacht mit Friedensgebet in der Kirche in Berga. Diesen Aufruf an alle veröffentlichen wir gern, da er an alle apelliert sich zu beteiligen und sich einzusetzen.
Der Pfarrer Martin Niemöller, einer der prägenden Köpfe der Bekennenden Kirche in der Nazi-Zeit, 1937 im KZ Sachsenhausen eingesperrt, sagte selbstkritisch im Rückblick: "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte."
Letztes Jahr ist Berga überrollt worden von dem rechtsradikalen Sommerfest. So ein überregionales Treffen in unserem kleinen Ort, hieß es. Das war für viele ziemlich fremd. Fremd war auch, was da unternommen werden konnte – neue Worte, neue Herausforderungen. Bürgerversammlung. Kerzengang. Freibadfest. Demonstration. Friedensgebet.
Das Konzert kam einigen vielleicht wie ein Spuk vor und sie haben gehofft, dass er so schnell wie möglich vorbeigeht und keine Spuren, keine Erinnerung hinterlässt. Aber der Spuk war nicht verschwunden, sondern gleich danach wurde eine Neuauflage angekündigt, sozusagen als Beginn einer Tradition.
In diesem Jahr war Zeit, sich darauf einzustellen und Strategien zu entwickeln. Der Gemeinderat Berga und der Verbandsgemeinderat Goldene Aue haben eine Resolution verfasst. Ämter haben überlegt, an welchen Stellen sie mit Auflagen einhaken können, bis hin zu den Toiletten. Vor allem: es gab Gegenwind aus der Zivilgesellschaft. Leute in der Region haben überlegt, was sie unternehmen können. Das Bündnis „Sangerhausen bleibt bunt“ hat von Anfang an mitgedacht, wie sie die Menschen hier in Berga unterstützen können. Der Kreissprotbund, der Kirchenkreis, der Kreisfeuerwehrverband, der Kreistag, der Stadtrat von Sangerhausen, sie alle haben eindeutige Stellungnahmen abgegeben und sind damit an die Öffentlichkeit gegangen. Die Zeitungen haben berichtet.
Am Ende hat es sich gelohnt. In Berga hat 2014 kein Sommerfest stattgefunden. Die Veranstalter sind nach Sondershausen ausgewichen. Das hat nicht nur mit Gerichtsentscheiden, Berufungen und Auflagen bis gestern Abend und heute früh zu tun. Die vielen einzelnen kleinen und großen Bemühungen und Aktionen haben den rechten Kräften deutlich gemacht: Berga ist kein Ort, an dem sie sich unkompliziert und unwidersprochen treffen können.
Es lohnt sich, Widerstand zu leisten. Es lohnt sich, im Gemeinderat und im Ort darüber zu diskutieren, Gegenaktionen zu planen, Zeichen zu setzen.
Und es lohnt sich, das auch im nächsten Sommer zu tun und die Menschen in Sondershausen zu unterstützen, die in diesem Jahr innerhalb von 10 Tagen etwas auf die Beine stellen mussten, damit weder dort noch in Artern ein Nazifest gefeiert wird noch sonstwo in unserer Gegend.
Jeden Tag überträgt das Fernsehen Bilder von Gewalt, Unrecht und Krieg. Eine Welt, in der die Starken regieren, die Lautstarken, die Finanzstarken, die Raufbolde und Ideologiestarken, eine solche Welt ist eine unmenschliche Welt. Für das Bunte und die Vielfalt des Lebens bleibt kein Platz. Eine Welt der Starken hat keinen Platz für Suchen und Zweifeln, für welche, die sich nicht zurechtfinden, für solche, die ihre Interessen nicht lautstark in die Öffentlichkeit bringen können, für die Leisen, die Langsamen, die Bedächtigen, die Kinder, kein Platz für Schwache, für Alte, für Kranke, für Behinderte.
Als Gemeinschaft sind wir verantwortlich, dass für alle Raum ist, dass niemand hinten runter fällt, dass auch die aufgefangen werden, die es schwer haben, die fremd sind oder Krisen durchmachen.
Und wir selbst sind nicht nur stark, sondern gleichzeitig auch schwach und angewiesen auf Solidarität, darauf angewiesen, dass andere uns die Hände reichen, uns beiseite stehen, den Rücken stärken.
„Als die Nazis die Kommunisten einsperrten, die Sozialdemokraten, die Gewerkschafter, habe ich geschwiegen. Als sie mich holten, gab es niemanden mehr, der protestieren konnte“, sagt Martin Niemöller. Wenn heute über AusländerInnen hergezogen wird, wenn Punks durch die Straßen gejagt werden, über Schwule Witze gerissen werden, dann geht es uns alle an und wir sind gefragt und unsere Solidarität.
Es tut gut, wenn wir uns einsetzen für eine menschliche, freundliche Welt. Es ist gut, wenn wir dafür Zeichen setzen, Licht in unsere Umgebung bringen so wie nachher beim Kerzengang, und unseren Mund zur rechten Zeit aufmachen. Dazu helfe uns Gott.
Margot Runge - Berga, den 09. August 2014
Der Pfarrer Martin Niemöller, einer der prägenden Köpfe der Bekennenden Kirche in der Nazi-Zeit, 1937 im KZ Sachsenhausen eingesperrt, sagte selbstkritisch im Rückblick: "Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen - ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte."
Letztes Jahr ist Berga überrollt worden von dem rechtsradikalen Sommerfest. So ein überregionales Treffen in unserem kleinen Ort, hieß es. Das war für viele ziemlich fremd. Fremd war auch, was da unternommen werden konnte – neue Worte, neue Herausforderungen. Bürgerversammlung. Kerzengang. Freibadfest. Demonstration. Friedensgebet.
Das Konzert kam einigen vielleicht wie ein Spuk vor und sie haben gehofft, dass er so schnell wie möglich vorbeigeht und keine Spuren, keine Erinnerung hinterlässt. Aber der Spuk war nicht verschwunden, sondern gleich danach wurde eine Neuauflage angekündigt, sozusagen als Beginn einer Tradition.
In diesem Jahr war Zeit, sich darauf einzustellen und Strategien zu entwickeln. Der Gemeinderat Berga und der Verbandsgemeinderat Goldene Aue haben eine Resolution verfasst. Ämter haben überlegt, an welchen Stellen sie mit Auflagen einhaken können, bis hin zu den Toiletten. Vor allem: es gab Gegenwind aus der Zivilgesellschaft. Leute in der Region haben überlegt, was sie unternehmen können. Das Bündnis „Sangerhausen bleibt bunt“ hat von Anfang an mitgedacht, wie sie die Menschen hier in Berga unterstützen können. Der Kreissprotbund, der Kirchenkreis, der Kreisfeuerwehrverband, der Kreistag, der Stadtrat von Sangerhausen, sie alle haben eindeutige Stellungnahmen abgegeben und sind damit an die Öffentlichkeit gegangen. Die Zeitungen haben berichtet.
Am Ende hat es sich gelohnt. In Berga hat 2014 kein Sommerfest stattgefunden. Die Veranstalter sind nach Sondershausen ausgewichen. Das hat nicht nur mit Gerichtsentscheiden, Berufungen und Auflagen bis gestern Abend und heute früh zu tun. Die vielen einzelnen kleinen und großen Bemühungen und Aktionen haben den rechten Kräften deutlich gemacht: Berga ist kein Ort, an dem sie sich unkompliziert und unwidersprochen treffen können.
Es lohnt sich, Widerstand zu leisten. Es lohnt sich, im Gemeinderat und im Ort darüber zu diskutieren, Gegenaktionen zu planen, Zeichen zu setzen.
Und es lohnt sich, das auch im nächsten Sommer zu tun und die Menschen in Sondershausen zu unterstützen, die in diesem Jahr innerhalb von 10 Tagen etwas auf die Beine stellen mussten, damit weder dort noch in Artern ein Nazifest gefeiert wird noch sonstwo in unserer Gegend.
Jeden Tag überträgt das Fernsehen Bilder von Gewalt, Unrecht und Krieg. Eine Welt, in der die Starken regieren, die Lautstarken, die Finanzstarken, die Raufbolde und Ideologiestarken, eine solche Welt ist eine unmenschliche Welt. Für das Bunte und die Vielfalt des Lebens bleibt kein Platz. Eine Welt der Starken hat keinen Platz für Suchen und Zweifeln, für welche, die sich nicht zurechtfinden, für solche, die ihre Interessen nicht lautstark in die Öffentlichkeit bringen können, für die Leisen, die Langsamen, die Bedächtigen, die Kinder, kein Platz für Schwache, für Alte, für Kranke, für Behinderte.
Als Gemeinschaft sind wir verantwortlich, dass für alle Raum ist, dass niemand hinten runter fällt, dass auch die aufgefangen werden, die es schwer haben, die fremd sind oder Krisen durchmachen.
Und wir selbst sind nicht nur stark, sondern gleichzeitig auch schwach und angewiesen auf Solidarität, darauf angewiesen, dass andere uns die Hände reichen, uns beiseite stehen, den Rücken stärken.
„Als die Nazis die Kommunisten einsperrten, die Sozialdemokraten, die Gewerkschafter, habe ich geschwiegen. Als sie mich holten, gab es niemanden mehr, der protestieren konnte“, sagt Martin Niemöller. Wenn heute über AusländerInnen hergezogen wird, wenn Punks durch die Straßen gejagt werden, über Schwule Witze gerissen werden, dann geht es uns alle an und wir sind gefragt und unsere Solidarität.
Es tut gut, wenn wir uns einsetzen für eine menschliche, freundliche Welt. Es ist gut, wenn wir dafür Zeichen setzen, Licht in unsere Umgebung bringen so wie nachher beim Kerzengang, und unseren Mund zur rechten Zeit aufmachen. Dazu helfe uns Gott.
Margot Runge - Berga, den 09. August 2014
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